5 Tipps für eine effiziente Medizin-Fachrecherche im Internet

Recherche im Internet

Wer suchet, der findet – oder auch nicht. Wer einmal selbst gezielt im Internet nach fachspezifischen Informationen gesucht hat, weiß, dass dies manchmal einfacher erscheint, als es ist.

Autor: Dr. Joachim Sauer

Wie praktisch ist doch das Internet: Den Suchbegriff in Google eingeben, schon ist man informiert. Nur: Findet Google immer die besten Suchergebnisse? Helfen mir die Ergebnisse wirklich immer bei meiner Arbeit weiter? Mitnichten. Geeignete Suchstrategien tragen jedoch dazu bei, die Ergebnisse zu verbessern. Hierzu habe ich im Folgenden einige Tipps aus der täglichen Suchpraxis für Sie zusammengestellt.

Tipp 1: Die richtigen Suchbegriffe für die Zielgruppe

Google dominiert die Suchlandschaft, das trifft auch für die Medizin-Recherche zu. Ohne Google läuft fast nichts. Doch aufgepasst: Wie findet man Informationen für seine Fachzielgruppe? Am besten durch die Kombination geeigneter Fachbegriffe. Der Begriff der Arthrose beispielsweise hat sich inzwischen weit herumgesprochen.

Wenn ich also nach Informationen zur Arthrose suche, die für Ärzte gedacht sind, muss ich die Suche spezifisch eingrenzen, etwa durch Kombination der „arthrose“ mit Begriffen wie „pathogenese“, „nsaid“ oder „kasuistik“ (Google ignoriert Groß- und Kleinschreibung). Notabene: Ein Begriff wie „therapie“ alleine ist nicht fachspezifisch genug. Wenn Sie übrigens zusätzlich „pdf“ oder „ppt“ verwenden, werden Ihnen vornehmlich PDF- und PowerPoint-Dokumente angezeigt.

Tipp 2: Gewusst wie: Suche in englischsprachigen Quellen

Man muss sich immer vor Augen halten, dass uns Google extrem selektierte Ergebnisse liefert. Google pflegt gerne das Märchen, dass wir mit einer normalen Google-Suche im gesamten Internet suchen. Beispiel englischsprachige Quellen: Selbst mit englischsprachigen Suchbegriffen, sehen Suchende in den USA oder England ganz andere Ergebnisse.

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte daher auf länder- oder sprachspezifischen Google-Ergebnisse vertrauen. Und die zu finden, ist eine Herausforderung! Mein Tipp: Auf der Mozilla-Seite http://mycroftproject.com findet man Plugins, die in die eigene Browsersuchleiste eingebunden werden können, übrigens nicht nur Plugins für die Google-Suche, sondern auch für jede Menge anderer nützlicher Quellen.

Tipp 3: Fachartikel finden leicht gemacht

Erste Anlaufstelle ist natürlich die Medline, genauer gesagt PubMed der US National Library of Medicine (www.pubmed.gov). Der Service ist grandios mit Links zu den Verlagsseiten, Volltexte in mehreren Formaten soweit verfügbar, umfangreiche Suchfilter, Publikationserinnerung und vieles mehr. Ein Versuch Wert ist auch Google Scholar (http://scholar.google.de/). Wer deutschsprachige Literatur sucht, der sei auf www.medipilot.de, einem Service der Deutschen Bibliothek für Medizin und des DIMDI verwiesen. Für evidenzbasierte Literatur lohnt ein Blick auf die Trip Database (www.tripdatabase.com) oder die Evidence Search des britischen NHS (www.evidence.nhs.uk).

Tipp 4: Volltextartikel: Warum nicht einfach nachfragen?

Volltextartikel sind häufig überhaupt nicht verfügbar, wie meist bei Springer oder Elsevier, oder erst einige Zeit nach der Publikation, z. B. die Artikel des New England Journal of Medicine. Freie Volltextartikel sind einfach in PubMed zu erkennen.

Für einzelne Artikel zur persönlichen Verwendung lohnt sich oft die Nachfrage direkt beim Korrespondenzautor. Dessen E-Mail-Adresse steht meist beim Abstract in PubMed. Oder Sie suchen zunächst die Adresse der Institution im Internet, dann den Autor über die Suche auf Website der Institution. Es ist für Autoren durchaus üblich, auf Anfrage ein PDF des Artikels zu schicken. Und der/die Autor/in freut sich, wenn jemand auf seinen/ihren Artikel aufmerksam wurde.

Tipp 5: Nicht weitersagen: Google endet nicht auf Seite zwei!

Und nie vergessen: Die Google-Suchergebnisse hören nicht bei Seite zwei auf. Gerade im fachlichen Bereich können selbst Ergebnisse jenseits der zehnten Seite interessant sein! Denn obwohl Google wirklich Unglaubliches leistet, platziert es nicht nur die inhaltlich besten Seiten ganz vorne, sondern gleichzeitig die kommerziell suchmaschinenoptimierten. Aber irgendwann endet die Kunst des Optimierens. Also nur Mut und auch einmal länger beim Googeln durchhalten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

− 7 = 3