Apple ResearchKit: Beeindruckendes Interesse der iPhone-Nutzer an einer Studienteilnahme

Mehr als 11.000 iPhone-Nutzer haben sich innerhalb eines Tages für die Teilnahme an einer mit Apples ResearchKit angelegten US-Studie zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen angemeldet. Ist das nur ein Strohfeuer oder eine ernst zu nehmende Alternative zur Rekrutierung von Teilnehmern für medizinische Studien?

Autor: Dr. Michael Knochel

Auf der Basis der Open-Source-Software-Umgebung ResearchKit können Apps entwickelt werden, die es Wissenschaftlern ermöglichen, medizinische Daten direkt über das Handy der Studienteilnehmer zu erheben und an die Studienzentrale weitermelden zu lassen. Dies betrifft sowohl Daten, die das Smartphone selbst ermittelt, als auch Messwerte, die von Geräten von Drittherstellern bestimmt werden. Hierunter fallen beispielsweise Parameter wie das Gewicht, der Blutdruck oder bestimmte Laborwerte des Patienten. Voraussetzung hierfür ist lediglich das Einverständnis des Anwenders zum Datenaustausch zwischen den verschiedenen Gesundheits- und Fitness-Apps, die auf dem Smartphone installiert sind.

Apple betont, dass das ResearchKit bewusst als Open-Source-Projekt angelegt ist und daher grundsätzlich auch für andere Plattformen als das Apple Betriebssystem zur Verfügung steht. Ebenso steht hinter dem ResearchKit ausdrücklich kein Geschäftsmodell, Umsätze sollen wohl eher mit darauf aufbauenden zusätzlichen Apps erzielt werden.

Auch wenn dieses neue Apple Projekt sicherlich nur für eine begrenzte Zahl von Studien geeignet ist und keine Lösung für aufwändige klinische Untersuchungen in spezialisierten Zentren darstellt, lässt doch zumindest das enorme Feedback seitens der Anwender aufhorchen. Es wird spannend werden, zu beobachten, welche per ResearchKit durchgeführten Studien tatsächlich belastbare Ergebnisse hervorbringen. Dafür werden sich nicht zuletzt auch die forschenden Pharmaunternehmen interessieren.

Allein schon die Tatsache, dass es offenbar gelungen ist, mit vergleichsweise geringem Aufwand eine große Zahl potenzieller Studienteilnehmer zu mobilisieren, ist unbestreitbar bemerkenswert. Selbst wenn es „nur“ gelänge, in der Bevölkerung generell ein größeres Interesse für medizinische Studien zu wecken, wäre das schon ein Erfolg.

Quellen: apple.com (Bild), heise.dezdnet.de

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