Content für Ärzte auf Pharma-Websites – sinnvoll oder verlorene Liebesmüh?

Mal ehrlich: Was bekommt man zu hören, wenn man unverbindlich ein paar Ärzte fragt, welche Informationen sie denn auf Websites von Pharmaunternehmen suchen? „Nur reine Produktinformationen“, sagen viele und einige suchen dort schlicht und einfach gar nichts: „An die Fachinformation komme ich auch so.“ – Muss das so sein?

Autor: Dr. Michael Knochel

Gründe für die Distanzierung von „Pharma-Inhalten“

Auch wenn manche vielleicht so antworten, weil diese Antwort (vermeintlich) von ihnen erwartet wird, man merkt einfach, dass viele Ärzte Pharmaunternehmen per se nicht zutrauen, dass sie wirklich objektiv informieren. Andererseits löst man mit der Gegenfrage, wer denn hochwertige Informationen für Ärzte im Internet finanzieren soll, durchaus etwas Nachdenklichkeit aus.

Wie aber können Sie die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Ärzte Ihrer Kommunikation vertrauen und spüren, dass Sie selbst an Ihr Produkt glauben und nicht ausschließlich an Ihre Umsatzzahlen denken. Dass Sie letzteres auch tun ist jedem klar und deshalb auch kein grundsätzliches Problem.

Und nicht zu vergessen: Wie bewegen Sie die Ärzte, Ihre Kunden, dazu, die lästige „DocCheck-Hürde“ zu überwinden?

Vertrauen schaffen

Zuallererst kommt es darauf an, wer persönlich für die Inhalte einsteht, Texte ohne „Unterschrift“ sind von vornherein nicht sehr glaubwürdig. Sie brauchen also Autoren, die namentlich genannt werden, und zwar anerkannte Experten auf ihrem Gebiet. Am besten nicht nur einen sondern mehrere und am allerbesten solche, die durchaus dafür bekannt sind, dass sie gerne mal ein Thema kontrovers diskutieren.

Warum nicht? Wenn Sie ein überzeugendes Produkt haben nützt Ihnen jede Diskussion über Ihr Thema, über Ihre Indikation. Seien Sie selbstbewusst!

Wenn es Ihnen gelingt, alleine schon durch die Qualität der Beiträge Ihrer Experten spannende Inhalte zu schaffen: Perfekt. Trotzdem sollten Sie sich darüber hinaus Gedanken machen, was Sie Ihrer Zielgruppe an besonderen Inhalten bieten können. Das muss (und darf) nichts materiell Wertvolles sein. Seien Sie kreativ (oder lassen Sie Ihre Agentur kreativ sein)!

Sind Sie sicher, dass alle Ihre Aktivitäten für Ärzte einen Passwortschutz brauchen. Sprechen Sie mit Ihrer Rechtsabteilung, vielleicht können Sie in einem interessanten Projekt auch einmal „nur“ als Sponsor auftreten. Auch wenn dann vielleicht Ihr Produkt gar nicht so sehr im Mittelpunkt steht. Aber Sie haben doch ein so starkes Produkt, dass Sie darüber gar nicht immer reden müssen, oder nicht?

Fazit: Fünf Tipps für erfolgreichen Content für Ärzte

  1. Wählen Sie Themen und Aktionen rund um ein Produkt aus, von dem Sie selbst absolut überzeugt sind.
  2. Lassen Sie nicht immer nur Experten zu Wort kommen, die ohnehin als „Ihrem Unternehmen verbunden“ gelten. Und geben Sie auch mal dem wissenschaftlichen Nachwuchs eine Chance.
  3. Verzichten Sie auf lehrbuchartige Darstellungen, geben Sie dem Arzt etwas in die Hand, das er auch für die tägliche Arbeit nutzen kann.
  4. Prüfen Sie unternehmensintern, an welcher Stelle sie das DocCheck-Login setzen müssen. Und wenn sie es brauchen: Sagen Sie den Ärzten vorher, was sie im geschützten Bereich erwartet.
  5. Last not least: Verlassen Sie sich nicht auf Ihren Online-Auftritt alleine, auch Ihre Website muss vermarktet werden.

Michael Knochel auf Google+

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

37 − 29 =