FSA-Transparenzkodex: Am 1. Januar 2015 beginnt die Dokumentationspflicht

Zur Erinnerung: Bereits am 1. Januar 2014 ist der FSA-Transparenzkodex offiziell in Kraft getreten. Aber richtig ernst wird es erst ab dem kommenden Jahr, denn mit Jahresbeginn startet die interne Dokumentation aller Zuwendungen der FSA-Mitgliedsunternehmen an Angehörige von medizinischen Fachkreisen. Und genau diese Daten werden ab 2016, also genau ein Jahr später, auch veröffentlicht werden.

Autor: Dr. Michael Knochel


Natürlich, die Zeiten von mehrtägigen Fortbildungsveranstaltungen, bei denen der medizinische Zweck nicht unbedingt im Vordergrund stand, um es vorsichtig zu formulieren, sind zum Glück lange vorbei. Und wer wollte dies wirklich bedauern?

Trotzdem ist es ein wichtiger Schritt, die Transparenz weiter zu fördern und zu fordern, gerade weil die Zusammenarbeit der Pharmaindustrie mit Experten aus den medizinischen Fachkreisen letztlich unabdingbar ist. Oder, um es mit der FSA zu sagen: „Wer nichts zu verstecken hat, muss Transparenz nicht fürchten!“

Was genau wird dokumentiert?

Praktisch alles, nämlich alle mittelbaren und unmittelbaren Zuwendungen an Fachkreisangehörige und Organisationen des Gesundheitswesens aus folgenden Bereichen:

  • Forschung und Entwicklung
  • Spenden
  • Sponsoring
  • Fortbildungsveranstaltungen
  • Dienstleistungs- und Beratungshonorare

Wie sieht es mit dem Datenschutz aus?

Das ist eine der wichtigsten Fragen. Denn es werden ja nicht nur Daten aus den Unternehmen erhoben, sondern auch persönliche Daten der Fachkreisangehörigen. Und dazu braucht man selbstverständlich deren Einwilligung. Hier ist zunächst einmal eine detaillierte Aufklärung vonnöten. Ob alle Unternehmen die dafür nötigen Kommunikationskonzepte im Jahr 2014 entwickeln konnten, wird sich spätestens im nächsten Jahr zeigen.

Ein Blick voraus

Wie gesagt, eine Zusammenarbeit zwischen pharmazeutischen Unternehmen und Experten aus den medizinischen Fachkreisen ist aus der Aufklärung über neue Medikamente und Therapien nicht wegzudenken. Wer soll dies denn realistischerweise sonst übernehmen?

Wie gut sich der neue Kodex in der Praxis bewährt, wird sich zeigen – wir bleiben dran. Wenn er dazu beiträgt, nicht nur die Transparenz bezüglich der Zuwendungen, sondern auch die medizinisch-wissenschaftliche Qualität der Publikationen aus den Pharmaunternehmen weiter zu erhöhen, dann wird sich der Aufwand lohnen – für alle Beteiligten.

Mehr Infos: www.pharma-transparenz.de

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