Gamification: Healthcare und Spielen, das passt doch nicht zusammen – oder doch?

Gamification

Gamification oder auch Gamifizierung, beides abgeleitet vom englischen game, das hört sich zunächst einmal nicht besonders seriös an. Kann man Elemente, wie man sie aus Spielen kennt auch nutzen, um ernst gemeinte Informationen zu vermitteln? Man kann. Und in manchen Fällen sollte man vielleicht sogar.

Autor: Dr. Michael Knochel


Sicher, viele dieser modernen Marketing-Begriffe sind selbst nur Modeerscheinungen und verschwinden genauso schnell wieder, wie sie aufgetaucht sind. Hier lohnt es sich aber vielleicht doch, genauer hinzuschauen.

Was genau verbirgt sich hinter Gamification?

Grundsätzlich bedeutet Gamification nichts anderes als die Anwendung von spieltypischen Graphiken und Funktionselementen in einem nicht-spielerischen Zusammenhang. Der Grundgedanke besteht darin, den natürlichen Spieltrieb des Menschen zu nützen, um erst einmal sein Interesse zu wecken und vor allem, um ihn dann an eine bestimmte Anwendung zu binden.

Anwendungen im Pharma-Marketing

Gamification kann im Prinzip überall dort angewandt werden, wo Inhalte vermittelt werden, die dem Benutzer zunächst als zu kompliziert oder zu viel Zeit erfordernd oder auch als langweilig erscheinen. Das heißt immer dann, wenn Sie von vornherein die Befürchtung haben, dass es mit Nutzerzahlen und Feedback nicht so besonders gut aussehen könnte.

Typische Elemente

Vielleicht denken Sie bei diesen kleinen Funktionalitäten gar nicht automatisch an Computerspiele, aber genau das sollen die Anwender ja auch nicht tun. Es geht schließlich einfach nur darum, eine Anwendung für Benutzer subjektiv angenehmer zu machen und gleichzeitig deren Aufmerksamkeit möglichst bis zu einem definierten Ende aufrecht zu erhalten.

Charakteristische Elemente für die Gamification sind zum Beispiel:

  • Fortschrittsbalken, die den Anwendern jederzeit anzeigen, „wie weit sie sind“. Dies ist besonders bei Umfragen wichtig, bei denen die Absprungraten nach mehreren Fragen erfahrungsgemäß sehr schnell steigen können.
  • Aufgaben, die die Anwender auf der Basis von zur Verfügung gestellten Informationen lösen sollen. Dabei ist wichtig, dass es weder zu einer Über- noch zu einer Unterforderung kommt, achten Sie auf eine sorgfältige inhaltliche Konzeption dieser Module.
  • Aufeinander aufbauende Informationen, die den Anwendern in kleinen Einheiten zur Verfügung gestellt werden, die für die aktuelle Aufgabe benötigt werden. Solche Cascading-Information-Systeme lassen sich z. B. in mehrstufigen Mailings sehr erfolgreich umsetzen.
  • Belohnungssysteme, dabei ist jedoch nicht an materielle Belohnungen gedacht, die in der Compliance-Abteilung Kopfzerbrechen verursachen könnte, sondern an eine spielimmanente Rückmeldung über den Erfolg beim Lösen der Aufgaben. Möglich sind z. B. Punktwertungen, Ranglisten, das Erreichen von bestimmten Erfahrungsstufen usw.

Menschen und Spielen, das passt zusammen

Auch wenn der Begriff Gamification vielleicht nur ein neuer Name für ein altes Prinzip ist: Es lohnt sich möglicherweise doch, darüber nachzudenken, warum man manche Internetangebote eben lieber annimmt als andere. Und unser menschlicher Spieltrieb ist einfach ein starkes Motiv, beobachten Sie sich doch selbst einmal, am besten wenn Sie scheinbar ziellos im Internet „unterwegs“ sind.

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