Mediennutzung durch Healthcare-Professionals – Qualitative Grundlagenstudie der LA-MED

Die Arbeitsgemeinschaft LA-MED, seit Jahren bekannt durch ihre fundierten Analysen der Reichweiten von Fachmedien, hat in insgesamt 163 Interviews mit Healthcare-Professionals fünf verschiedene Grundtypen der beruflichen Mediennutzung ermittelt.

Autor: Dr. Michael Knochel

Die Interviews wurden ohne festgelegte Fragen durchgeführt, die Auswertung erfolgte nach einem speziellen Verfahren, dass nach Angaben der LA-MED auch unbewusste Bewertungskriterien erfasst. Die Präferenzen der befragten Ärzte, Zahnärzte, Apotheker und PTAs lassen sich in folgende Typen einordnen (jeweils mit Anzahl der Interviewten):

  • Präferenztyp „Expertendialog“ (16 von 163)
    „Ich möchte die Gelegenheit haben, mich mit Experten meines Faches im direkten Dialog auszutauschen und dabei Einblick in andere praktische Erfahrungen zu bekommen.“
  • Präferenztyp „seriöse Information“ (32 von 163)
    „Ich lege Wert auf objektive und differenzierte Fachinformationen, am liebsten in gedruckter Form, um mich selbst umfassend orientieren und in ein Thema vertiefen zu können.“
  • Präferenztyp „beruflicher Nutzwert“ (44 von 163)
    „Ich benötige konzentrierte, nicht verkaufsorientierte Informationen, die in meiner alltäglichen Arbeitspraxis verwertbar sind und mich in meinem professionellen Handeln unterstützen.“
  • Präferenztyp „schneller Überblick“ (39 von 163)
    „Ich möchte mir ohne großen Aufwand einen Überblick insbesondere über aktuelle Neuheiten verschaffen. Informationen sollten dabei gut visualisiert und in für Patienten verständlicher Sprache aufbereitet sein.“
  • Präferenztyp „digitale Soforthilfe“ (32 von 163)
    „Ich brauche schnelle und kompetente Antworten auf spontan auftretende Fragen. Um diese jederzeit in übersichtlicher Form zu bekommen, nutze ich vorzugsweise moderne Online-Angebote.“

Unter verschiedenen einzelnen Online-Angeboten wurden Datenbanken, Portale von Fachzeitschriften, Wissensportale, Apps und Suchmaschinen am positivsten bewertet, Internet-Communities, E-Mail-Newsletter, Firmen-Websites und Video-Portale wurden dagegen als für die berufliche Mediennutzung weniger hilfreich eingeschätzt.

Nicht sehr überraschend ist, dass Werbung in Fachmedien von fast allen Präferenztypen außer vom Typ „schneller Überblick“ als eher negativ eingeschätzt wurde. Dies dürfte sich, wenn man z. B. die Gesamtbevölkerung ganz allgemein zum Thema „Reklame“ befragt, ganz ähnlich darstellen. Die bewusste Haltung zu Werbung sagt bekanntlich nicht sehr viel über deren tatsächliche Wirkung aus.

Quelle: Homepage der LA-MED / Aktuelles

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