Wie gesund ist die Pharmaindustrie – globale Umfrage unter Führungskräften

Wie gesund ist die Pharmaindustrie?

Das Portal eyeforpharma.com der britischen Unternehmensberatung FC Business Intelligence hat fast 1000 Führungskräfte aus Pharmaunternehmen zu ihrer Meinung bezüglich der Zukunft der pharmazeutischen Industrie befragt. Der Schwerpunkt der Befragung lag in Europa (35 %), gefolgt von Nordamerika und Asien (23 bzw. 20 % der Befragten).

Autor: Dr. Michael Knochel

Wird sich das Ansehen der Pharmaindustrie im Gesundheitswesen verbessern?

Die Antworten auf diese Frage drücken nicht sehr viel Zuversicht aus: 42 % der Befragten verneinen diese These direkt und weitere 36 % möchten sich zumindest nicht festlegen. Und auch bei der Einschätzung, ob die Unternehmen wissen, was sie tun müssen, um ihren Ruf zu verbessern, ist man offenbar nicht durchweg optimistisch: 46 % bejahen dies, während 31 % unsicher sind und alle anderen (immerhin ein knappes Viertel) nicht glauben, dass die Pharmaindustrie weiß, worauf es ankommt.

Auf was kommt es an?

Demgegenüber sind sich die Befragten aber relativ einig, wenn es darum geht, was denn getan werden müsste. 73 % stimmen der These zu, dass Pharmaunternehmen echte Gesundheitsdienstleister werden müssen, und immerhin 59 % glauben, dass die größte Konkurrenz von außerhalb der Pharmaindustrie droht. Möglicherweise sehen viele hier auch eine Diskrepanz zwischen dem Wissen, was getan werden müsste und der Bereitschaft, genau dies zu tun.

Wie zufrieden sind die Mitarbeiter?

Offenbar recht zufrieden: 70 % würden gerne für den Rest ihrer Karriere in der Pharmaindustrie bleiben (und die meisten glauben auch, dass es schwieriger ist, gute Mitarbeiter zu bekommen, als sie zu behalten).

Die Zukunft der Pharmaindustrie

Während sich bei der Frage nach der Zukunft von Forschung & Entwicklung in der Pharmaindustrie ein gespaltenes Bild ergibt, sind sich die Befragten sehr einig in ihrer Einschätzung, dass sich der Konsolidierungsprozess in den nächsten 10 Jahren fortsetzen wird (90 %). Und auch die These, dass sich die Fokussierung auf die Patienten verstärken wird, findet 85 % Zustimmung.

Während es nicht überrascht, dass sehr viele für die Zukunft auf bessere Medikamente bauen, ist es doch bemerkenswert, dass bereits eine knappe Mehrheit der Befragten das Verkaufstalent der Außendienstmitarbeiter nicht mehr als ihre wichtigste Eigenschaft ansieht. Offenbar sieht man heute die Fähigkeit, über innovative Medikamente und komplexe Sachverhalte kompetent referieren zu können als Grundvoraussetzung für Repräsentanten moderner Pharmaunternehmen an.

Innovative Medikamente in Zeiten von staatliche Bestimmungen, Transparenz-Vorgaben und öffentlichem Interesse

Ein schlechtes Zeugnis erhalten staatliche Regularien, wenn es um das Thema Innovationen geht, hier fühlen sich immerhin 57 % mehr gehindert als gefördert. Andererseits ist nur ein knappes Viertel der Befragten der Meinung, dass Daten aus klinischen Studien transparenter veröffentlicht werden sollten.

Vielleicht ist gerade in diesem Punkt die Diskrepanz zwischen Selbsteinschätzung und öffentlicher Wahrnehmung am größten, und vielleicht wäre es auch gerade hier am einfachsten, etwas für den guten Ruf der Pharmaindustrie zu tun. Transparenz und umfassende und verständliche Informationen bauen Vorurteile immer noch am schnellsten ab.

Quelle: Die vollständigen Ergebnisse der zitierten Studie stehen hier auf der Website eyeforpharma.com zur Verfügung.

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