Zweitmeinung als Google-Service?

Nach den Ergebnissen einer Studie der Asklepios-Kliniken nutzen zwei Drittel der Deutschen nach einem Arztbesuch regelmäßig das Internet, um mehr über ihre Erkrankung und über die Behandlungsempfehlungen ihres Arztes zu erfahren. Muss einem das Sorgen machen oder ist das eher ein gutes Zeichen?

Autor: Dr. Michael Knochel

Im Rahmen der Studie „Zweitmeinungsverfahren aus Patientensicht“ wurden 1.000 Bundesbürger nach ihrem Verhalten nach einem Arztbesuch befragt. Dabei gaben 65 % der Befragten an, nach einem Arztbesuch regelmäßig in Foren oder in Gesundheitsportalen zu recherchieren, weitere 17 % haben dies in der Vergangenheit wenigstens einmal getan. Ebenfalls knapp zwei Drittel (64 %) suchen das Gespräch mit Menschen aus ihrem Umfeld, während immerhin gut die Hälfte (53 %) es bevorzugt, einen zweiten Arzt zu konsultieren.

Bei der Frage nach der Vertrauenswürdigkeit der Informationsquelle, ist das Ergebnis allerdings ein deutlich anderes. Die allermeisten Studienteilnehmer (91 %) vertrauen der Beratung durch einen Arzt am meisten, gefolgt von Informationen der Krankenkassen (77 %), ihren persönlichen Bekannten (69 %) sowie „dem Internet“ (56 %). Das Vertrauen in Printmedien liegt mit 51 % übrigens noch darunter.

Daraus kann man nun schließen, dass die Frage, welches Medium genutzt wird, um eine Zweitmeinung einzuholen, zwar zum Einen nach  Verfügbarkeit entschieden wird – in diesem Punkt ist das Internet kaum zu schlagen – dass zum Anderen aber zumindest dann, wenn es wirklich wichtig wird, die Meinung eines anerkannten Spezialisten nicht zu ersetzen ist.

Und uns alle, die wir täglich an hochwertigen Inhalten für die von uns betreuten Healthcare-Websites arbeiten, kann auch diese Studie nur in der Überzeugung bestärken, dass gerade im hoch sensiblen Gesundheitsumfeld seriöse, verständliche und an medizinischer Evidenz orientierte Informationen von entscheidender Bedeutung sind. Das Vertrauen der Patienten wird naturgemäß umso größer sein, je mehr die Zweitmeinungen „aus dem Internet“ und ihrer Ärzte übereinstimmen.

Quelle: Pressemitteilung der Asklepios-Kliniken

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